Neustart mit klarer Strategie Standhaft bleiben, Neues erschließen

Das neue Team der IG Metall Paderborn hat sich eine Strategie erarbeitet. Die Basis steht, zusätzlich sollen neue Betriebe erschlossen und Mitglieder gewonnen werden.

poSek Januar 26


Standhaft bleiben, Neues erschließen

Das neue Team der IG Metall Paderborn hat sich eine Strategie erarbeitet. Die Basis steht, zusätzlich sollen neue Betriebe erschlossen und Mitglieder gewonnen werden.

 

„Dahin gehen, wo es wehtut“, „Wir wissen, wie es geht“, „Die Stärken stärken“ – klingt wie Sprachschablonen aus einer Fußballerkabine. Die enorme Bedeutung der Kultur im Team anzusprechen schon weniger. Und tatsächlich geht es nicht um einen Sportverein, sondern um die IG Metall Paderborn. Die hat sich in den vergangenen Wochen neu aufgestellt. Martina Bee ist nach Bielefeld gewechselt, Konrad Jablonski musste aus persönlichen Gründen kurzfristig in der Geschäftsstelle aufhören. Yara Wellpot, Jens Engelbrecht und Hiltrud Husemann sind neu dabei. Ein frisches Team bietet Möglichkeiten. Und so haben die Geschäftsstelle und der Ortsvorstand die Köpfe zusammengesteckt und erarbeiten eine Strategie – als Weiterentwicklung des Bisherigen. Denn die IG Metall Paderborn ist bereits gut aufgestellt. Die Altersstruktur ist einigermaßen gleichmäßig verteilt. Will heißen: Bei den Mitgliedern gibt es zwar den üblichen Bauch bei den 55-Jährigen und älter, aber darunter sind in allen Jahrgängen ähnlich viele Mitglieder. So bleibt der IG Metall Paderborn mit Renteneintritt der Boomer immer noch ein Großteil der betrieblichen Mitglieder erhalten.

 

Und es gibt einen Plan, die Lücke zu füllen. Schon in den vergangenen Jahren hat es die IG Metall Paderborn geschafft, die Mitgliederzahl zu halten. „Eine große Leistung derjenigen, die von der IG Metall überzeugt sind und in den Betrieben stetig neue Mitglieder werben, vor allem junge Menschen, die ins Erwerbsleben starten“, sagt Felix Wagner, kommissarischer Erster Bevollmächtigter der IG Metall Paderborn, „wenn wir weiter so dran bleiben – auch die Kollegen in Rente davon überzeugen, dass es sinnvoll ist, in der IG Metall zu bleiben – dann werden wir auch in Zukunft stark und unabhängig sein“. Man müsse weiterhin auf diejenigen zugehen, die jung, weiblich, in der Leiharbeit und in den Büros beschäftigt sind.

 

Das Hochstift hat nicht nur viel Bodenständiges, es verfügt über Potenziale. Die Grundlage bilden die gut organisierten Betriebe mit gelebter Tarifbindung. Darüber hinaus sind zahlreiche Betriebe bekannt, wo es Luft nach oben gibt. Als Beispiele seien Lödige Industries, Holon oder auch der Paderborner Standort von Phoenix Contact genannt.

 

Bewährtes und Neues, beides zeigt sich in der Strategie: Übersetzt in „Standbein“ und „Spielbein“ – und ähnlich wie beim Fußball Menschen zugeordnet. Jens Engelbrecht kümmert sich vor allem um die etablierten Betriebe, eher ein Verteidiger, der auch in der Offensive Akzente setzt. Hiltrud Husemann tummelt sich im Angriff und nimmt die Betriebe mit Potenzial in den Blick. „Wir wollen stark bleiben, um uns, wo nötig, auch durchzusetzen“, sagt Felix Wagner. Er hat die Aufgabe, die Fäden zusammenhalten, betriebliche Entwicklungen zu begleiten und die IG Metall in Gremien und übergeordneten Strukturen zu vertreten.